« Spritpreise - krass! | Main | Ihr könnt ja eh nicht lesen! »

07.09.05

Test: Packstation

Die Post, das alte Butterhörnchen, hat sich mal was einfallen lassen: den automatisierten Nachbarn, der für Einen die Pakete annimmt. Da es alberne Gutscheine dazu gab, habe ich mich gleich mal angemeldet. Und mir jetzt auch ein Paket kommen lassen.

Vorteile liegen auf der Hand, bzw. werden von angesehenen Testern nicht erwähnt: Endlich lassen sich Pornos an der Ehefrau, Dildos am Ehemann, die Punk-Rock-Ausrüstung an den Eltern vorbei liefern. Das Paket kann nämlich an dauerhaft zugängliche Postfächer verschickt werden, in Standorten zunehmender Anzahl. Praktisch auch für Handlungsreisende: Die Packstation, an die das Paket am Ende geht, lässt sich bei jeder Lieferung ändern. Für nachtaktive eBay-Ich-AGs ist dann noch die Versendemöglichkeit recht interessant.

Ich persönlich habe weder Ehepartner, noch wohnen meine Eltern bei mir, und Punkrocker bin ich schon lange. Aber ich klingele ungern bei den Nachbarn, insbesondere bei den schwerhörigen, denn das bringt gar nichts. Aber ich freue mich immer über SMS, wenn ein Paket da ist, und hole es dann auch gleich ab. Mit einer weiteren Plastikkarte (natürlich in blinged-out Gold!) und einer vierstelligen Nummer melde ich mich an, bekomme eine Liste von Lieferungen, wähle den "Sesam-öffne-Dir,wa"-Knopf am berührungsempfindlichen Display, und nach 5 Sek. öffnet sich die angerundete Metallpaneele mit aufreizender Langsamkeit. Zücken, schliessen, abmelden, abfahren. Die Plastikkarte kann auch zuhause bleiben, wenn das Merken einer siebenstelligen Zahl nebst Geheimnummer vorgezogen wird. Nachnahme und Versand wird generell mit Plastik bezahlt, 14 Tage bleibt die Ware frisch im Automaten, DHL Package Tracking ist auch mit drin.

Mir gefällts. Zeitfaktor: das Paket brauchte 27 Stunden und erreichte die Maschine zu auffällig Paketboten-typischer Zeit die Station. Weitere Beobachtungen sind natürlich notwendig. SMS und Email zur Benachrichtigung trafen gleichzeitig ein und sagten mir noch mal die Adresse, bei der ich 's Päckchen holen durfte. Nix Schlange stehen zwischen 15 und 18 Uhr in der Paketausgabe hinten im Hof, auch erst am nächsten Tag, keine orangen Paketbenachrichtigungsscheine, obwohl man zuhause war. Vorbei die Zeit mit "Oh shit, die Postbotin kommt gleich vorbei, was ziehe ich bloss an?" Einfach bis 3 Uhr nachts warten und dann im Bademantel rüberschlurfen zur Packstation. Coolness entsteht durch das gekonnte Bedienen des Automaten.
Was war drin? The Lost Boys und frischer Cyberpunk von William Gibson.

Falls jemand jetzt total begeistert ist von der Packstation: schreibt mir ne Mail, ich schicke Euch ne Empfehlung, ich bekomme eine Paketmarke umsonst. Yeah, I know. I'm a whore.

Posted by younghart at 07.09.05 11:19

Comments

Post a comment

Thanks for signing in, . Now you can comment. (sign out)

(If you haven't left a comment here before, you may need to be approved by the site owner before your comment will appear. Until then, it won't appear on the entry. Thanks for waiting.)


Remember me?